Feuerwehr und Bürgermeister warnen vor hohem Waldbrandrisiko

Seit Wochen herrscht erneut eine Trockenphase, es gibt sehr wenig Regen. Der Deutsche Wetterdienst hat für Bad Honnef und Umgebung die Warnstufen für den Waldbrandgefahrenindex und den Graslandfeuerindex inzwischen regelmäßig auf die Stufe 4 von 5 gesetzt. Die höchste Warnstufe kann in Kürze ausgerufen werden.

Dazu Otto Neuhoff, Bürgermeister der Stadt Bad Honnef:
„Das anhaltend gute Wetter mag die Bürgerinnen und Bürger in Bad Honnef gerade jetzt in der belastenden Zeit der Coronapandemie erfreuen. Aber der Sonnenschein und die jetzt im Frühling immer grüner werdende Vegetation täuschen darüber hinweg, dass der seit Wochen ausbleibende Regen für die Pflanzen Stress und für die Umwelt ein erhebliches Brandrisiko bedeutet. Daher meine Bitte: Seien sie wachsam. Nehmen Sie die Hinweise der Feuerwehr zum Brandschutz ernst und gehen Sie mit offenem Feuer im Garten und in der Natur sehr vorsichtig um."

Frank Brodesser, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef, ergänzt: „Die Gefahr der Entstehung eines Waldbrandes ist im Augenblick sehr real. Diverse Waldbrände im Rhein-Sieg-Kreis und Umgebung in den vergangenen Tagen und Wochen haben dies gezeigt. Wir stehen im engen Kontakt zum Forstamt und tauschen uns regelmäßig aus. Besondere Vorsicht ist in der Mainacht geboten, wenn wieder viele Menschen nachts durch den Wald gehen.“

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef hat einige Hinweise für die kommende Zeit zusammengestellt:

  • Im Wald herrscht zwischen März und Oktober absolutes Rauchverbot
  • Kein offenes Feuer oder Grillen im und am Wald à Abstand halten!
  • Waldzufahrten freihalten, damit die Feuerwehr im Ernstfall auch zum Brandort kommt
  • PKWs nicht im hohen Gras abstellen, die Wärme der Auspuffanlage kann einen Brand verursachen
  • Keine Zigaretten aus dem Auto werfen
  • Vorsicht auch bei Glas. Ganze Flaschen oder Scherben können durch den Brennglaseffekt Brände verursachen
  • Aufmerksamkeit im Wald. Sofort die 112 anrufen, wenn man ein Feuer entdeckt. Die Waldrettungspunkte (siehe Bild) können dabei als Orientierungshilfe dienen
  • Aufpassen mit gasbetriebenen Unkrautvernichtern. Hecken fangen sehr schnell Feuer.

Die Gefahr eines Vegetationsbrandes existiert nicht nur im Wald, sondern auch auf Wiesen, Feldern und an Böschungen!

Otto Neuhoff weiter: "Ich bin dankbar, dass unsere Feuerwehr sich und ihr Personal durch eine gute Ausstattung sowie regelmäßige Aus- und Weiterbildungen auf die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden vorbereitet hat. Mein Dank gilt auch den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr rund um die Uhr einsatzbereit sind, um unsere Stadt und die Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Und das selbstverständlich auch in Zeiten der Coronapandemie."

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef übt regelmäßig für alle möglichen Szenarien. So auch für den Waldbrand. Dabei geht es um Löschtechniken und den Wassertransport in den Wald. Lange Wegestrecken mit Schläuchen und Pumpen oder Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen sind dabei die Lösung. Eine Nutzung natürlicher Wasservorkommen, also Teiche, Seen und Bäche, ist kaum möglich, da diese kaum noch Wasser führen.

Feuerwehren der Stadt Bad Honnef und der Verbandsgemeinde Unkel rüsten sich gemeinsam gegen Trinkwasserverschmutzung

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und steht daher auch unter besonderem Schutz des Staates. In der Trinkwasserverordnung ist geregelt, dass die menschliche Gesundheit vor allen nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben können, zu schützen ist und somit die Genusstauglichkeit und Reinheit des Trinkwassers garantiert werden muss. Durch den Einsatz der richtigen wasserführenden Armaturen haben die Versorgungsunternehmen dafür Sorge zu tragen, dass das Trinkwasser in einem einwandfreien hygienischen Zustand gehalten wird.

Neben den Energieversorgern greifen bei Löscheinsätzen jedoch auch die Feuerwehren über Standrohre und Überflurhydranten auf das Trinkwassernetz zu, um das benötigte Löschwasser zu entnehmen. Hierbei besteht potentiell die Gefahr, dass es zu Verunreinigungen des Trinkwassernetzes kommt. Mögliche Ursachen hierfür können Fehlbedienungen an Geräten oder ein Leistungsabfall im Versorgungsnetz sein. Das Rückfließen von zugemischtem Löschschaum, von Löschwasser aus offenen Gewässern oder verunreinigtem Löschwasser aus den Schlauchleitungen in das Trinkwassernetz stellt hier eine besondere Gefahr dar. Eine solche Trinkwasserverunreinigung könnte zu Gesundheitsgefährdungen für Menschen und zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Vor drei Wochen erhielt die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef eine großzügige Spende der Parkresidenz Bad Honnef GmbH.
Direktor Guido Bierbaum überreichte dem Leiter der Wehr, StBI Frank Brodesser, einen Scheck über 500 €.

Wir bedanken uns ganz herzlich für diese Spende.

Foto: Parkresidenz Bad Honnef GmbH