Aktuelles von dem Löschzug Bad Honnef

Am 20. Dezember war es soweit. Die lange Wartezeit hatte ein Ende. Der Löschzug Bad Honnef begrüßte sein neues Familienmitglied, die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef. 2 Jahre Planungsphase und 1 Jahr Bauzeit waren der Auslieferung vorausgegangen.

Am Abend versammelten sich einige Kameraden des Löschzuges und erwarteten die Ankunft des Fahrzeuges. Mit etwas Nebel, ein paar Scheinwerfern und jede Menge Blaulicht wurde die Drehleiter begrüßt. Die Kameraden nutzten natürlich die Chance, das Fahrzeug direkt genau unter die Lupe zu nehmen. Sie müssen sich allerdings noch gedulden, bis sie die Drehleiter das erste Mal im Einsatz nutzen können. Bis Ende Februar dauert jetzt die intensive Ausbildung aller Drehleiter-Maschinisten, teilweise mit Unterstützung des Herstellers. In dieser Zeit bleibt die bisherige Drehleiter aktiv im Dienst. Erst nach Abschluss der Ausbildung werden die Fahrzeuge getauscht.

Wir freuen uns sehr, wieder ein hochmodernes und sehr gut ausgerüstetes Fahrzeug in unseren Reihen aufzunehmen. So können wir jederzeit optimal vorbereitet in die Einsätze fahren.

Hier einige Details zum Fahrzeug:

Typ M32L-AT Magirus
Fahrgestell P310 Scania
Motorleistung 228 kW (299 PS), Euro 5
Zulässiges Gesamtgewicht 18.000 kg
Radstand 4.900 mm
Besatzung 1+1 (Maschinist + Fahrzeugführer)
Arbeitshöhe 32,0 m
Fahrzeugabmessungen 10.100 x 2.500 x 3.280 mm

Aufbau-Details:

      -     Gelenkleiter mit teleskopierbarem Gelenkteil
-       RC400-C: Kompakter Rettungskorb für 4 Personen / 400 kg
-       Krankentragenlagerung am Rettungskorb für 200 kg
-       Wasserführung im ersten Leiterteil
-    Schachtrettungsfunktion mit Rettungskorb

-       Drucklüfter aufsteckbar am Korb
-       Stromerzeuger mit Fern-Start-/Stopp-Einrichtung
-       Wasser-/Schaumwerfer (2.500 l/min) manuell einsteckbar
-       LED-Powerspots zur Ausleuchtung der Abstützfläche, Beleuchtung an den Stufenkanten,
     Verkehrswarnanlage im Heck
-       Rückfahrkamera, Kameras für Stützen
-       Autopilot-Memory-Steuerung
-       Magirus Direkteinstieg
-   
Weitere Ausstattung und feuerwehrtaktische Beladung

 

Bild: Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef

Bild: Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef

Bild: Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef

Bild: Ralf Klodt

Bild: Ralf Klodt

Bild: Ralf Klodt

Bild: Thomas Scheben

Bild: Thomas Scheben

Bild: Thomas Scheben

Bild: Sebastian Stanék

Bild: Sebastian Stanék 

Bild: Sebastian Stanék

Bild: Sebastian Stanék

B3-Gebäude Kirchstraße Bad Honnef – Übung in der Fußgängerzone
Alarmierte Einheiten: Löschzug Bad Honnef und ELW
Mit dieser Meldung wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef am Freitag, 20.10.2017, gegen 18:45 Uhr alarmiert.

Wenige Minuten nach dem Alarm rückte bereits das erste Fahrzeug des Löschzuges Bad Honnef aus. Das Vorauslöschfahrzeug (VLF) ist nach der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) das erste Fahrzeug, das zur Einsatzstelle fährt. Der taktische Zweck ist ein möglichst schnelles Eintreffen, auch bei beengten Raumverhältnissen, damit der erste Angriffstrupp sofort zur Menschenrettung aktiv werden kann. Danach folgte die Drehleiter (DLK), die ebenfalls zur Menschenrettung anrückt, bzw. den Wehrleuten als weiterer Rückzugsweg dient. Hinzu kommt der Wehrleiter im Kommandowagen (KdoW). Erst danach kamen weitere Großfahrzeuge, die hauptsächlich Personal und Material brachten. Parallel dazu machte sich der Einsatzleitwagen (ELW) auf den Weg zur Einsatzstelle. Er koordiniert die Kommunikation an der Einsatzstelle und zur Leitstelle in Siegburg.

Der ersteintreffende Gruppenführer, der ab diesem Augenblick bis zum Eintreffen des Wehrleiters auch Einsatzleiter war, erkundete die Einsatzstelle, während die Mannschaft ihre Arbeit vorbereitete. Der erste Angriffstrupp wurde nach der Erkundung sofort zur Menschenrettung in das Gebäude vorgeschickt. Ein Sicherheitstrupp und weitere Angriffstrupps wurden von den Fahrzeugen gestellt, die nach der Drehleiter eintrafen.

Der Ablauf solcher Einsätze ist fest definiert und wird nur durch die örtlichen Begebenheiten beeinflusst. Das sind die Platzverhältnisse und die tatsächliche Einsatzlage.
Gerade die Enge der Straßen in der Innenstadt stellen eine große Herausforderung dar. Einerseits müssen die Fahrzeuge erst einmal durchpassen, andererseits benötigen sie am Einsatzort einen gewissen Platz, um in vollem Umfang genutzt werden zu können. Das ist gerade bei der Drehleiter ganz offensichtlich.
Diese ganz besondere Situation der Innenstadt ist Grund genug, dass die Einsatzkräfte während der Übung lernen, damit umzugehen.

Nach etwa 2 Stunden waren alle Menschen aus dem Gebäude gerettet und alle Brandherde gelöscht. Es konnte mit dem Abbau der Einsatzmittel begonnen werden.

Wir blicken zurück auf eine sehr erfolgreiche Übung.
Mit Ausblick auf den Martinimarkt, Ende Oktober, ist dieses Szenario sehr aktuell.
Dort werden wieder zahlreiche Besucher des schönen Marktes erwartet. Daraus resultierte in den vergangenen Jahren eine sehr angespannte Verkehrslage. Lange Staus in der Innenstadt und teilweise falsch abgestellte Fahrzeuge machten ein Durchkommen sehr schwierig.
Aus diesem Grund wird die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef von Freitag bis Sonntag, während den Öffnungszeiten des Marktes, die Wache an der Selhofer Straße im Rahmen einer Sitzbereitschaft besetzen. Sollte es zu einem Einsatz kommen, kann wertvolle Zeit gespart werden, indem die Wehrleute direkt mit den Einsatzfahrzeugen ausrücken können.

Diese Übung bildete den Jahresabschluss. Der Löschzug Bad Honnef hat in diesem Jahr etwa 25 Übungen und Ausbildungseinheiten absolviert. Hinzu kommen mehrere Lehrgänge auf Stadt-, Kreis- und Landesebene.

Bedanken möchte sich die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef bei den Betreibern des Übungsobjektes, dem Fischgeschäft Stuch, für die Freigabe der Räumlichkeiten.

Am Samstag, den 07.10.2017, fand die diesjährige Übung des Löschzuges Bad Honnef mit der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef statt.
Als Übungsobjekt hatte man sich das Siebengebirgsgymnasium ausgesucht, in dem ein Zimmerbrand mit zwei vermissten Personen simuliert wurde. Alarmierungsstichwort B3-M.
Hierbei gingen die Jugendlichen gemeinsam mit den Aktiven in den Einsatz vor.

Der Fahrzeugführer des ersteintreffenden VLF erkundete die Lage und erteilte die ersten Einsatzbefehle. Zudem lies er eine Alarmstufenerhöhung auf B4-M durch die Leitstelle auslösen. Während die Besatzung des LF10 die Wasserversorgung für das VLF und den Sicherheitstrupp für das VLF stellte, ging der Angriffstrupp des VLF unter Atemschutz mit dem ersten C-Rohr zur Menschenrettung in das Innere des Gebäudes vor.
Auf der Rückseite des Gebäudes wurde indes die Drehleiter (DLK) für die Menschenrettung in Stellung gebracht. Das HLF legte eine Wasserversorgung zur DLK, um einen möglichen Wenderohrangriff durchführen zu können.
Durch die DLK wurde eine Person aus dem 2. OG gerettet. Die zweite Person wurde durch den mittlerweile vom LF10 eingetroffenen zweiten Angriffstrupp mittels Krankentrage aus dem stark verrauchten Gebäude gebracht und dem Rettungsdienst übergeben.
Der erste Angriffstrupp konnte derweil die Brandbekämpfung durchführen, wobei es hierbei zu einem (geplanten) Eigenunfall kam und der Angriffstrupp sich nicht mehr selbst aus dem Gefahrenbereich bringen konnte.
Der Sicherheitstrupp ging nach der sogenannten „Mayday-Lage“ vor, um den verunfallten Trupp zu retten.
Nachdem alle Aufgaben mit Bravour gelöst waren, wurde die Einsatzstelle an die Brandermittler der Polizei zur Ursachenforschung übergeben.

Nachdem der Löschzug Bad Honnef und die Jugendfeuerwehr wieder vereint auf der Wache waren, wurde der Einsatz bei einem kleinen Imbiss nachbesprochen.
Solche Übungen bedürfen eines hohen Personaleinsatzes und von daher bedankte sich der Übungsleiter bei allen Aktiven, aber vor allem bei der Jugendfeuerwehr, für die rege Teilnahme.

10.10.2017

Stephan Brimmer