Am Freitag, 30. November 2018, kam es zu einer Explosion in einem Gewerbebetrieb im Bad Honnefer Süden. Glücklicherweise handelte es sich dabei um die Jahresabschlussübung des Löschzuges Bad Honnef. Geübt wurde ein großes Szenario, an dem mehrere Einheiten verschiedener Organisationen beteiligt waren. Übungsleiter Thomas Weiss hatte mit weiteren Helfern einen komplexen Einsatz gestaltet.

Neben dem Löschzug Bad Honnef und dem Löschzug Rheinbreitbach, nahm an der Übung auch der Rettungsdienst des Rhein-Sieg-Kreises teil. Die Malteser Bad Honnef, das DRK Bad Honnef, DRK Niederkassel und die leitenden Notärzte des Rhein-Sieg-Kreises waren bei der Übung im Einsatz. Geübt wurde seitens des Rettungsdienstes die geordnete Aufstellung von vielen Einsatzfahrzeugen und die Einrichtung einer Patientenablage. Diese dient der gleichzeitigen Behandlung von mehreren Patienten, wenn der Rettungsdienst alleine aufgrund einer höheren Patientenzahl überlastet ist.

Aber auch für die Feuerwehr stellt eine hohe Patientenzahl eine große Herausforderung dar. Schließlich müssen diese gerettet und betreut werden. Das heißt, dass sehr schnell sehr viel Personal an der Einsatzstelle gebraucht wird. Besonders herauszustellen war bei der Übung das reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten. Dabei sind gerade die Kommunikation und die Absprachen der Führungskräfte eine große Herausforderung.

Auch die Einsatzlage an sich war nicht alltäglich. Ein brennendes Gebäude birgt bereits viele Gefahren. Nach einer Explosion liegen aber Trümmerstücke herum und die Struktur des Gebäudes ist eventuell nicht mehr stabil. Hinzu kamen Gefahrstoffe, wie Gasflaschen, die sich noch im Gebäude befanden und auch aus der Gefahrenzone gebracht werden mussten. Neben der Personensuche und Brandbekämpfung, musste eine Person auch mit hydraulischem und pneumatischem Gerät gerettet werden. Es wurde also das volle Leistungsspektrum der Retter eingefordert.

Pünktlich um 8 Uhr ging es am Samstag, 20. Oktober, los, die Mitglieder der Jugendfeuerwehr kamen zum Dienst auf die Wache in der Selhofer Straße.

Nach einer kurzen Ansprache und der Fahrzeugbelegung wurde der Tag bei einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Noch während des Frühstücks kam die Alarmierung „ausgelaufener Kraftstoff in den Weinbergen“. Der GWL und das LF10 – besetzt mit dem Feuerwehrnachwuchs - machten sich direkt auf den Weg um diese Ölspur (bestehend aus Kakao und Wasser) zu beseitigen. Parallel dazu wurde das TLF 4000 zu einer Ölspur an der Endhaltestelle gerufen. Der Tag war gestartet…

Gegen 10:30 Uhr ging dann ein erneuter Alarm ein. Gemeldet wurde „einlaufende Brandmeldeanlage der Firma Confiserie Coppeneur et Compagnon GmbH in Aegidienberg“. Alle Fahrzeuge machten sich direkt auf den Weg dorthin. Bereits Vorort wurden wir von Frau Coppeneur empfangen. Sie wies uns den Weg zur Brandmeldezentrale. Der Hinweis „Ausgelöster Brandmelder im Dachgeschoss“ lies einen Brand im oberen Gebäude vermuten. Die Jugendfeuerwehr rüstete sich mich Atemschutz und Kleinlöschgerät aus und ging über die Außentreppe auf das Dach und dann in die oberen Räumlichkeiten. Nach intensiver Erkundung konnte kein Brand oder ähnliches festgestellt werden. Als sie das Gebäude durch den nach leckerer Schokolade riechenden Verkaufsraum verließe, staunte die Kundschaft nicht schlecht.

Kaum wieder auf der Wache angekommen, wurden die Fahrzeuge wieder fit gemacht mit dem Dienstsport begonnen. Ein Alarm störte diesen. Gemeldet wurde ein „Tiefgaragenbrand im Physikzentrum Bad Honnef – mit vermissten Personen“. Bei der Ankunft war schnell klar, dass auch die darüber befindlichen Schlafräume von dem Brand betroffen waren. Man vermutete mehrere Verletzte und alarmierte das Deutsche Rote Kreuz Bad Honnef. Sven Champion und Philipp Klein haben sich im Vorfeld dazu bereit erklärt die Jugendfeuerwehr aus medizinischer Sicht bei der Übung zu Unterstützen. Mehrere Trupps gingen mit Ihrer Ausrüstung unter „Atemschutz“ in die Tiefgarage vor. Im zweitem vernebelten Untergeschoss fanden sie zwei vermisst gemeldete Personen (Puppen). Eine befand sich zum Teil unter einem Fahrzeug und musste dort hervor und nach draußen gebracht werden, eine weitere befand sich in einer Ecke. Schnell hatten die Jugendlichen die Personen gefunden und konnten diese draußen dem Rettungsdienst übergeben. Das Feuer konnte ebenfalls schnell gelöscht werden.
Parallel zum Gang in die Tiefgarage wurden weitere Trupps in die Schlafräume geschickt. Hier konnten insgesamt 5 Personen (Verletztendarsteller), welche sich in unterschiedlichen Zimmern befanden - gerettet werden. Eine Person drohte sogar aus dem Fenster zu springen um dem Brandrauch zu entgehen. Die Verletztendarsteller konnten entweder zu Fuß oder mittels Drehleiter aus dem Gebäude gerettet und ebenfalls dem Rettungsdienst übergeben werden.
Schnell konnte „Feuer aus, keine Personen mehr im Gebäude“ gemeldet werden und die Jugendlichen wieder einrücken.

Die enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren der Nachbargemeinden hat sich in den letzten Jahren immer wieder ausgezahlt. Regelmäßig kommt es zu Einsätzen, bei denen überörtliche Hilfe angefordert wird, auch über die Landesgrenze hinaus von und nach Rheinland-Pfalz. 
Gemeinsame Übungen sind daher besonders wichtig, damit man sich im Falle eines Einsatzes blind versteht. So stand erneut eine Übung mit dem Löschzug Rheinbreitbach auf dem Programm.

Freitag, 23. März 2018, 18:50 Uhr. In der Leitstelle Rhein-Sieg läuft die Brandmeldeanlage des St. Josef-Klosters in der Bismarckstraße ein. Sofort wird der Alarm B3-BMA an die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef, Löschzug Bad Honnef, weitergeleitet. Die Kameraden machen sich auf den Weg. Auch der ELW aus Rhöndorf wird alarmiert. Noch während der Anfahrt ruft der Hausmeister des Gebäudes ebenfalls die Leitstelle an und bestätigt den Brand. Er meldet zudem, dass sich noch einige Personen in den Gebäuden aufhalten. Aus diesem Grund erhöht die Leitstelle direkt das Einsatzstichwort auf B4-M (Menschenleben in Gefahr), um weitere Kräfte zu alarmieren. Neben dem vollständigen Löschzug Bad Honnef werden nun auch der Löschzug Rheinbreitbach und das DRK Bad Honnef alarmiert.

Vor Ort finden die Kameraden folgende Lage: In einem Eckgebäude, neben der Turnhalle, stehen das erste und das zweite Obergeschoß in Flammen. Ein Übergreifen auf das Dach ist wahrscheinlich. In beiden Stockwerken werden jeweils 2 Personen vermisst. Das direkt angrenzende Nachbargebäude ist stark verraucht, auch hier werden mehrere Personen vermisst. 
Die Angriffstrupps der Honnefer Wehr betreten das Gebäude von vorne und beginnen mit der Menschenrettung. Parallel erreicht die Feuerwehr Rheinbreitbach die Rückseite des Gebäudes und verschafft sich über eine Steckleiter Zugang im zweiten Obergeschoß. Da es in mehreren Räumen brennt, sind die ersten Trupps sofort gebunden. Es werden also nach und nach weitere Trupps in das Gebäude geschickt. Es gelingt die Brände soweit einzudämmen, dass andere Trupps die vermissten Personen suchen, finden und retten können.